Kronburger Kurier - Sonderausgabe aus dem Jahr 1503


Rosenfehde!


Nachdem der Konflikt zwischen den beiden potenziellen Erben der Grafschaft Dornbach nun nach mehreren Monaten keine

Schlichtung erfahren hat, scheint sich die Lage auf dem abgelegenen Inselchen dramatisch zuzuspitzen.


So erfuhren wir kürzlich davon, dass der Neffe des verstorbenen Grafen - Hagen von Dorne - damit begann eine große Gruppe an

Befürwortern aus der Bürgerschaft und Wachmannschaft um sich zu scharen und die

Stadt so mit Nachdruck für sich beanspruchen zu können! Wochenlang soll sich die Gruppe in

einem Lager nicht unweit der Stadt verschanzt haben. Täglich wurden Boten hin und herentsandt - doch

alle Diplomatie schien am Ende zu Nichts nutze.


Ferdinand von Dorne soll jede Drohung und jedes Angebot seines Cousins in den Wind geschlagen haben

in der festen Überzeugung er sei der rechtmäßige Alleinerbe der gesamten Kolonie.

Bis es schlussendlich kam wie es kommen musste! In einer Nacht und Nebelaktion,

begann die Schar an Unterstützern des Anwärters den Sturm auf die Stadt selbst! Ein

Günstling innerhalb der Mauern soll das große Stadttor eröffnet haben um den problemlosen Durchzug

des Marsches zu garantieren!


Was darauf folgte, war die größte Tragödie die sich in der einhundertjährigen Geschichte

Dornbachs jemals ereignet hat.

Zwar konnte Ferdinand von Dorne weise beraten durch seinen Hauptmann Wolfin von Vyrnheim

den Sturm auf die Stadt durch Taktische finesse zurückschlagen und die Angreifer in die Wildnis vertreiben, doch hinterließen

die Kämpfe eine tiefe Narbe im Stadtbild und in den Köpfen der noch lebendigen Einwohner.


Dieser Kampf, war ein gleichermaßen großer Verlust für beide Seiten.


Berichten von Spähern zufolge, soll der verschmähte Erbe damit begonnen haben seine eigene

Burg in den wilden Weiten der Insel zu errichten, begleitet von einer beachtlichen

Gruppe an Unterstützern aus den umliegenden Bauernschaften.


Die Aufräumarbeiten in Dornbach werden wahrscheinlich noch einige Wochen wenn nicht

gar länger in Anspruch nehmen. In mehreren Briefen ans Festland, soll der Graf seine

entfernte Verwandtschaft um Unterstützung im fortwährenden Kampf um die Herrschaft gebeten haben,

ob und wann diese jedoch in Dornbach eintrifft - das steht in den Sternen.


Ehe die Rosenfehde, wie der Konflikt schon jetzt inoffiziell genannt wird, einen klaren Sieger hervorbringen wird,

wird jedenfalls noch einige Zeit ins Land gehen.