Kronburger Kurier - 5. Ausgabe

Der Kronburger Kurier ist das bekannteste Nachrichtenblatt des Kaiserreichs, selbst im tiefsten Hinterland informiert es als Anschlag am schwarzen Brett über die Geschehnisse auf der Welt.




Frieden in der Grenzmark! - Ragnar Isenborke siegt!

Isenborke hat gesiegt!

Wie wir in der letzten Ausgabe berichtet haben, griff eine nordgardische Streitmacht nicht unweit von Arglow die kaiserlichen Siedlungen an. Kaiser Sigismund I. ließ daraufhin die Ritter des Reiches zusammenkommen, um sie Jan Erik I. zur Verfügung zu stellen. Der in die Jahre gekommene erste Ritter der Mark unterlag seinem Feind allerdings bei der Schlacht auf den Arglower Feldern, und musste sich zurückziehen.

Als es schon so schien, alsob auch Arglow brennen würde, unterbreitete der "Hochkönig" Isenborke selbst aber ein Friedensangebot - Die Siedlungen westlich den Fjells sollten von den Kaiserlichen geräumt und ihm überlassen werden, dafür würde er davon absehen noch den kommenden Winter über Krieg zu führen.


Jan Erik I. willigte ein, und es kam zum Friedensschluss - Die Gefahr scheint bis aufs weitere gebannt, es bleibt aber ein bitterer Nachgeschmack. Knapp 500 Soldaten und 12 Ritter ließen während der Kämpfe auf unserer Seite ihr Leben, 3 Dörfer wurden ausgelöscht.



Sonnenprinzessin - Doch nur sehr hässlich!

Im Soleillant trug sich kürzlich doch ein sehr amüsanter Vorfall zu.

Die Prinzessin, Anna, Tochter der Sonnenkönigin Marie - Louise, ließ sich von einem castellanischen Maler abbilden.

Als das Gemälde der Kronprinzessin schließlich nach monatelanger Arbeit der Öffentlichkeit präsentiert wurde, war der Schreck groß - Das Gemälde soll ein hässliches Mädchen gezeigt haben. Der Maler soll schließlich grün und blau geschlagen worden sein, und klagte seine Peiniger an.


Bei einem öffentlichen Prozess, der wohl eigentlich zum Nachteil des Malers ausgehen sollte, wurde gar die Prinzessin selbst als Zeugin berufen - Erst hier fiel den Anwesenden, die die Prinzessin noch nie von Angesicht zu Angesicht gesehen hatten, auf, dass sie tatsächlich so unvorteilhaft dargestellt wurde, wie sie wirklich war.


Es zeigt sich einmal mehr, dass unsere südlichen Nachbarn blind sind, und die Scheußlichkeit ihrer eigenen Herrscher nicht erkennen.




Magier verlangen mehr Autonomie!

In Kronburg kam es zur Zäsur!

Die Magierakademie zu Kronburg legte dem kaiserlichen Hofe ein Dokument vor, nach dem sie die Überwachung durch die Kirche nicht länger in dieser Form dulden wolle.

Magus Maximus Friedrich von Stolleberg, der Vorsteher der Akademie höchstselbst ließ dazu wissen: "Die Kirche hat bei ihrer Pflicht versagt. Der Irre Fürst konnte zahlreiche schwarze Magier ohne Probleme um sich sammeln, daran hat auch die Überwachung durch die Orden nichts geändert. Ein ganzes Land fiel ohne, dass sie gehandelt hätten. Sie verstehen nichts vom Wesen der Magie. Deshalb sollte zumindest die Überwachung der Akademien gelockert werden. Stattdessen soll die Kirche sich mit der Aufsicht über wilde Magier, die abseits des geordneten Leben an Akademien wirken, konzentrieren."


Von Seiten der Kirche begegnet man dieser Forderung mit Verachtung.

Johannes Benedikt Kreutzwald, der neu ernannte Bischof Kronburgs, ließ dazu verkünden: "Wer aufgrund eines einmaligen Fehlers fordert die Gesetze der Welt umzuwerfen, der wird niemals zur Ruhe kommen. Die Geschichte hat uns aufgezeigt wo die Fehler liegen - Wir werden unsere Aufgabe mit tugendhaftem Eifer fortsetzen."


Der kaiserliche Hof hat sich bislang nicht zum Vorfall geäußert.




Die Feinschmecker besuchen Rengau!

Die Feinschmecker haben sich für ihre diesjährige Zusammenkunft das "Goldene Herz" in Rengau ausgesucht!

"Es ist eine wahrlich wunderbare, urige Gaststätte - Man spürt den Geist der Bergarbeiter regelrecht, die hügelige Landschaft lädt zum Wandern ein!", berichtet uns Daniel Beuthnerson, der wortgewandte und beleibte Vorsteher der "Feinschmecker". Es sind die großen, in reichlich Fett und Zwiebeln gebratenen Portionen Bratkartoffeln, die würzig zubereiteten Schweinebäuche und süßen Honigkuchen, die nach einem arbeitsreichen Tag zum verweilen im "Goldenen Herz" einladen. Die Besitzer, Ulrich und Margarethe Buchsbaum, leiten die Taverne nun bereits in dritter Generation.

"Der Besuch der Feinschmecker ist aber natürlich etwas ganz besonderes!", berichtet und Margarethe. "Nur die Portionsgrößen müssen heute ein wenig umfangreicher ausfallen, wir wollen ja auch jeden satt machen!".

Und ihren Worten folgen Taten - Allein im Honigkuchen für diesen denkwürdigen Abend stecken 50 Eier, es mussten noch welche aus dem Nachbarsdorf Plötzen dazugekauft werden.


Dein Feinschmeckern aber hat es wohl geschmeckt - Der Abend war lang und fröhlich, die Stimmung gut. Nicht weniger als 103 Pfund Nahrung haben die zwanzig Feinschmecker während ihres zweitätigen Aufenthaltes verputzt. "Eine ganz großartige Erfahrung" nannte Johann Schreinersson die Reise nach Rengau.

Den Preis, den "Stern der Feinschmecker" hat sich das "Goldene Herz" damit redlichst verdient - Er soll von nun an alle Feinschmecker der Welt nach Rengau leiten.




Helyrien kündigt Kreuzzug an!

Imperator Basil VI. des helyrischen Reiches kündigte noch diesen Morgen seine Bestrebungen an einen Kreuzzug gegen Al-Afar zu organisieren. Boten aus dem fernen Land berichteten von seiner großen Rede vor dem großen Dom von Basiläa:


"Meine Brüder und Schwestern, meine Getreuen, meine Freunde - Viel zu lang peinigen uns schon die Feinde des Ostens und des Südens. Sie vertrieben uns aus unseren angestammten Ländereien, zerrissen Familien, drängten unser Reich immer weiter an den Rand des Abgrundes - Doch nun ist es an der Zeit zurückzuschlagen! Nicht länger werden wir wir ein Blinder die Schläge von allen Seiten einstecken, sondern selbst zum Schwerte greifen, um zurückzuschlagen!


Wir werden die Helden sein, die Helyrien zu neuer Größe verhelfen, wir werden die Helden sein, die das Echo unserer großartigen Vergangenheit vernehmen, und ihm neue Kraft verleihen! Wir werden uns aufbäumen, das sind wir unseren Vorvätern, die dieses Land erbauten und unseren Müttern, die uns das Leben schenkten, schuldig. Gott selbst liebt dieses Land, die Heimat des Propheten, die Heimat des heiligen Berges Basilai, die Heimat des edelsten Volkes, das die Erde jeh gesehen hat - Vergesst den Streit mit euren Brüdern, und reicht euch die Hand gegen den wahren Feind, gegen die gottlosen Barbaren, die viel zu lang gewütet haben!


Wir stehen mit Gott, und Gott steht mit Helyrien - So beschwöre ich euch, folgt eurem Kaiser in diesen heiligen Kreuzzug, denn Gott will es!"


Angeblich sei es Basil VI, der ungewöhnlicherweise in traditioneller helyrischer Rüstung, und nicht etwa in kaiserlichen Insignien gekleidet erschien, gelungen die Massen zu stürmischen Applaus zu bewegen. Aus welchen Mitteln der Imperator diesen Kreuzzug gegen Al-Afar führen will bleibt ungewiss, denn Helyrien befindet sich nun seit Jahrzehnten in einem Abwehrkampf, den es kaum bewältigen kann.




Spektakulärer Prozess in Sérria!

Wie wir vor einigen Ausgaben berichteten hat der Prediger Allessandro dé Savonarola im castellanischen Sérria letztes Jahr den Inhalt einer ganzen Bibliothek aus dem örtlichen Marktplatz verbrannt. Don Diego Cortéz, Gonfaloniére des örtlichen Adelsgeschlechtes, ließ den Prediger daraufhin einsperren und bereitete den Prozess vor.

Das tatkräftige Wirken des vormals mit dem Kirchenbann belegten Savonarola blieb aber wohl auch nicht der heiligen Inquisition verborgen, die in der Zwischenzeit Kontakt mit aufnahm und kurzerhand ihre Anwesenheit beim Prozess ankündigte.


Der anfangs auf die kleine Region beschränkte Prozess erlangte daraufhin über Nacht eine gigantische Aufmerksamkeit und stand in aller Munde. Schaulustige aus den Nachbardörfern, hohe Kleriker und gar der Kardinal von Guvéra, Pedró Salázes kündigten sich dann schließlich letzte Woche für die Verhandlung an, die aufgrund des Platzmangels im Gemeindehaus aus den Marktplatz verlegt werden musste, auf dem das Verbrechen geschah.



Hier lief Savonarola schließlich zur Höchstform auf - Beginnend mit einer langen Abfolge von Unglücken, die Magier in den letzten Jahrzehnten über die Region gebracht haben sollen, stimmte er seine Rede an und kam schließlich darauf zu sprechen, dass Worte und Edikte allein nicht reichen würden, um das Unheil von der Welt abzuhalten. Illuminor, so der wilde Priester, schuf den Menschen zur Tat, und so wäre er nur dem göttlichen Gebot gefolgt um das Dorf vom Zorn Gottes zu befreien. Dass danach der Regen wieder fiel sei, so schlussfolgerte er, das Geschenk des himmlischen Vaters dafür gewesen, den bösen Einfluss aus dem Dorf zu tilgen.


Das Wohl, das die Gemeinschaft dadurch erfahren hätte wäre das Opfer, das der "verfluchte Ketzermagier mit seinen perversen Schriften" bringen musste, wert gewesen. Er würde es jederzeit wieder tun, und ein Gericht, das den Himmel selbst als Beweis nicht zuließe, könne sich nicht rechtschaffend nennen.


Während der Rede soll es mehrmals zu stürmischen Beifall gekommen sein, mehrere auf den Zeugenstand gerufene Bauern berichteten gar davon, dass die Ernte dieses Jahr besonders gut ausfiel, ein anderer Landwirt berichtete davon, dass ihm allein dieses Jahr schon 5 neue Kälber von seinem Vieh geboren wurden.


Die Beratung des Gerichtes war kurz, und Allessandro dé Savonarola konnte die Stadt schließlich als freier und vom Kirchenbann befreiter Mann verlassen - Es wird sicher nicht das letzte mal sein, dass wir von ihm hören.